Varianten laut Verkehrsuntersuchung:
- (in Rot mit Kennzahlen für Fahrzeuge pro Tag): Direktverbindung zwischen A23/St.Marx und IG Simmeringer Haide = Durchzugsvariante
- (in Blau mit Kennzahlen für Fahrzeuge pro Tag): Sackgasse als reine Erschließungsstraße
16.09.2010: FPÖ-Pressemitteilung: Absage gegen Durchzugsvariante, Abtragung der Gleise und Zentralpark gefordert
16.09.2010: Grüne-Pressemitteilung: Abstimmung über Varianten (Durchzug und Sackgasse) gefordert
16.09.2010: SPÖ-Pressemitteilung : Sackgassenversion (die reine Erschließungsstraße) kommt nicht in Frage. Bürger können sich an Planung der Durchzugsvariante beteiligen
Und so sieht das Ganze die BI:
Resüme zur SPÖ-Bürgerversammlung und Auftakt zur Bürgerbeteiligung
- Bezirksvorsteherin Angerer räumt ein, die Einladung der Bürger ist schief gegangen, denn kein einziger Anrainer (Gasometer, Ville verdi, 5 Schwestern, Simply 11 usw.) wurde zur Bürgerbeteiligung eingeladen! Die ca. 200 Leute, die gekommen waren, haben die Info von der BI erhalten, bzw. waren Funktionäre der SPÖ. Bürgerbeteiligung ohne Bürger eben.
- Vollausbau als Direktverbindung von A23/St. Marx zur Simmeringer Haide wird präsentiert. Auf Druck des Kurier-Artikels vom 15.9. auch die Sackgasse.
- Angerer will den Vollausbau, weil dafür auch Bundesmittel verfügbar wären. Für BI kommt nur die Sackgassenversion in Frage ohne Durchzugsverkehr.
- Die von der BI geforderte Offenlegung der Verkehrsuntersuchung (VU) als Basis für eine faire Bürgerbeteiligung wird es laut Planungsdirektor Puchinger nicht geben und es gibt auch keine Abstimmung darüber, ob Vollausbau oder Sackgasse. Teile der VU sollen aber Basis für die Bürgerbeteiligung in Form von Arbeitsgruppen sein.
- GR Troch philosphiert über die Kioto-Klimaziele, erklärt man möchte den Individualverkehr reduzieren, hält die B228 aber aus Sicherheitsgründen in besagter Dimension für notwendig. (der Sidestep zur Klima-Problematik ist wirklich lustig, wenn das in einem Gebiet wie Simmering fällt, das bereits am stärksten mit Feinstaub belastet ist und von Autobahnen wie der A23 und A4 sowie dem Fluglärm und der Ostbahn eingekreist ist und dann drückt man den Leute noch eine hochfrequentierte Straße aufs Aug).
- Budgetiert ist nur der Vollausbau mit 6 Mio Euro. Die Sackgasse wäre um einige Millionen billiger, ist aber angeblich nicht kalkuliert. Wir schätzen aber, weil die Unterführung durch die Bahn wegfällt, dass es ca. die Hälfte billiger käme.
- DI Gunter Stocker (Snizek & Partner), der die Verkehrsuntersuchung durchgeführt hat, kann keinen stichhaltigen Vorteil des Vollausbaus nennen, außer die Bewohner können besser zu und abfahren – was wir schon heute können. Laut Verkehrsuntersuchung ist auch die kleinere Sackgassenvariante sinnvoll. Bei beiden Varianten sollte 1 Fahrstreifen pro Richtung ausreichen für die Prognose 2025 mit 1830 Wohneinheiten, 170.000 m2 Büroflächen und 85.000 m2 Betriebsgebiet im Südfeld. Er ist aber nicht der Entscheidungsträger, sondern prüft nur die Möglichkeiten.
- Futscher-Gerl (21B): Von der Flächenwidmung mit 31 Metern soll nicht abgerückt werden, obwohl für die Straße mit Fahrstreifen, Radweg, Fußweg nur 21 Meter benötigt werden. Der Rest kann gestaltet werden (sprich als Grünstreifen). Da die nun als Gemeindestraße titulierte B228 länger als 500 Meter sein wird, wird eine UVP notwendig sein.
- Vorschlag der Stadt: Bürger sollen im Herbst in Arbeitsgruppen Vorschläge wie verkehrsberuhigende Maßnahmen einbringen, die sind für die Planer aber nicht verbindlich und können sich maximal in der Flächenwidmung niederschlagen. Ca. 40 Bürger erklären sich dazu bereit, teilweise auch vermutlich SPÖ-nahe Teilnehmer der Veranstaltung.
- Wie können jene teilnehmen, die von der Bürgerbeteiligung mangels Einladung nichts erfahren haben? Angerer möchte das gesamte Grätzel nochmals einladen zu einer kleineren Veranstaltung, wo sich weitere Anrainer zu den Arbeitsgruppen anmelden können. Termin wird keiner bekanntgegeben.
- BI macht deutlich: Wenn zu einer Bürgerbeteiligung die Betroffenen wie im Mehrwert Simmering gar nicht eingeladen werden, hat das einen bitteren Nachgeschmack. Man möchte ja niemanden etwas unterstellen, aber eine absolute Pleite der Bezirks-SPÖ.
- Planungsdirektor Puchinger bedauert, dass die Gleise der Schlachthausbahn nicht wegkommen, verweist auf die ÖBB, die sie nicht hergibt sowie das Eisenbahnbuch und ersucht die BI sich um einen Investor zu bemühen, der die Erschließung des Industriegebiets per Bahn aus dem Osten vom Hafen Albern bezahlt. Die Stadt will dafür kein Geld in die Hand nehmen, um den Güterverschub vor der Haustür abzuschaffen.
- Futscher-Gerl: Die Stadt ist interessiert den Panoramaweg umzusetzen, kann aber den getäuschten Anrainer keinerlei Lösungsvorschlag machen. Die Stadt bietet hier keinerlei Unterstützung für Leute die Wohnung unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gekauft haben. Puchinger dazu: die ÖBB wusste von den Absichten der Stadt Wien und hat ihre Signale jedoch in den letzten Jahren geändert, will die Gleise nicht hergeben. Dem Vorwurf der BI, dass die Hergezogenen dann aber entsprechend informiert hätten werden sollen, kann er nichts entgegenbringen, außer man will den Panoramaweg auch. Für die Bürger zuwenig: denn die haben viel Geld in den Sand gesetzt, wenn statt Radfahrern Güterwaagons vor der Haustür vorbeibrettern.
- BI erklärt, dass in diesem Sinne die Verschubtätigkeiten zum Kraftwerk Simmering weiter auf höchster Instanz per Verfassungsgerichtshofbeschwerde bekämpft werden.
- BI weiters: Mehrwert Simmering ist das vergessene Projekt. SR Schicker soll sich endlich mehr um Simmering kümmern und den seit 10 Jahren versprochenen Zentralpark umsetzen. GR Troch jammert darüber, dass das alles nicht so einfach ist aufgrund der Eigentümerverhältnisse und Schwierigkeiten mit den Grundstücksablösen. Und meint am Schluss plötzlich er sei zuversichtlich, dass dies aber in der nächsten Legislaturperiode gelingt. Wer’s glaubt wird seelig.
